'Lernen vor Ort' - Erfolgreiche Modelle für Kommunales Bildungsmanagement

Bildung für Groß und Klein und auf den Bedarf des Einzelnen abgestimmt – und zwar vor Ort in den Städten und Landkreisen: Diesem Leitgedanken folgte die Initiative 'Lernen vor Ort', die vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Kooperation mit deutschen Stiftungen ins Leben gerufen und durchgeführt wurde.

Der Stiftungsverbund Lernen vor Ort ist ein 2009 gegründeter bundesweiter Zusammenschluss von gut 180 Stiftungen, die im Bildungsbereich vor Ort aktiv sind und gemeinsam mit 'ihren' Kommunen an der Verbesserung des lokalen Bildungswesens arbeiten wollen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) setzt sich der Verbund dafür ein, dass alle Bildungsakteure ihre Angebote kohärent verknüpfen, um für ein Lebenslanges Lernen der Bürgerinnen und Bürger optimale Bildungsbedingungen vor Ort zu schaffen. Unter dem Dach des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und mit Förderung des BMBF berät, unterstützt und koordiniert in Berlin eine Geschäftsstelle die an der Initiative beteiligten Stiftungen ebenso wie sie die geförderten Kommunen in ihrer Kooperation mit der Zivilgesellschaft stärkt.

'Lernen vor Ort' – hier ist schon der Name Programm. Lernen findet in den Kommunen vor Ort und ein Leben lang statt. Mit Blick auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für das Lernen im Lebenslauf haben sich zwischen 2009 und 2014 40 Kommunen begleitet von Grundpaten- und Themenpatenstiftungen auf den Weg gemacht, um im Rahmen des Programms 'Lernen vor Ort' ein kommunales Bildungsmanagement datenbasiert zu entwickeln und umzusetzen. Durch das vom BMBF initiierte und finanzierte Programm sind in den beteiligten Kommunen vielfältige tragfähige Kooperationsstrukturen und nachhaltige lokale Bildungslandschaften entstanden.

Die verstärkte Vernetzung und Kooperation von Bildungsakteuren hat bei 'Lernen vor Ort' dazu beigetragen, dass Bildungsstationen und -angebote im Rahmen eines integrierten Systems aufeinander bezogen und abgestimmt wurden. In fünf Jahren 'Lernen vor Ort' sind vielfältige Veröffentlichungen und Materialien entstanden, die für eine erhöhte Transparenz und die verbesserte Koordination und Kooperation im Bildungswesen sorgen und sich für den Transfer in andere Kommunen eignen.

Um die Kompetenzen des pädagogischen Personals in Kita und Schule zu fördern, haben Pädagogen zum Beispiel gemeinsam mit wissenschaftlicher Unterstützung ein Qualifizierungsprogramm entwickelt. Es wurden Handlungsleitfäden erarbeitet und umgesetzt. Auf diese Weise ist ein ganzheitliches kommunales Konzept für den Kita- und Schulbereich entstanden, das allen Beteiligten Orientierung und Unterstützung bieten kann. Von mehr Transparenz und einer besseren Vernetzung vor Ort profitieren auch die Schülerinnen und Schüler, beispielsweise im Bereich der Berufsorientierung und unter Einbeziehung örtlicher Arbeitgeber. So kann die Einrichtung einer Arbeitsgruppe des Bildungsbeirats am Übergang Schule – Beruf zur Entwicklung eines Berufsorientierungskatalogs eine Grundlage für die effiziente Vernetzung verschiedener Akteure an diesem Übergang sein. Das Instrument einer Berufsschülerumfrage kann darüber hinaus als Ausgangspunkt eines datenbasierten Dialogs mit allen relevanten Partnern dienen. Es wurden im Rahmen dieses Vorgehens auf lokaler Ebene Strukturen geschaffen, die die Bildungssituation für alle verbessern.

Das kommunale Bildungsmanagement im Rahmen von 'Lernen vor Ort' soll somit nicht nur Akteure zusammenführen und ein koordiniertes Vorgehen auf struktureller Ebene anregen, sondern es betont die grundlegende Bedeutung von Bildungsthemen und trägt dazu bei, dass "Bildung für alle“ und in allen Phasen des Lebens einen größeren Stellenwert bekommt.

Um die Ergebnisse und Erfolge von 'Lernen vor Ort' in die Breite der kommunalen Bildungslandschaft zu tragen, wurde 2013 die Initiative 'Transferagenturen Kommunales Bildungsmanagement' ins Leben gerufen.